Bundespräsident Horst Köhler erklärt seinen Rücktritt



31. Mai 2010

Politik

Hatten wir letzte Woche ja noch von Horst Köhler und seiner kriegsnotwendigen Wahrung der Handelswege geschrieben, so erklärte er eben in seinem Amtssitz Schloss Bellevue seinen Rücktritt. Bundesratspräsident Jens Böhrnsen (SPD) übernimmt vorübergehend die Amtsgeschäfte.

Das Video von Köhlers Rücktritts-Rede ist leider noch nicht online, wird aber sicher in Kürze folgen.

Die Unterstellung, er habe einen grundgesetzwidrigen Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung von Wirtschaftsinteressen befürwortet, entbehre jeder Rechtfertigung, sagte Köhler am Montag in Berlin. Das lasse den notwendigen Respekt vor dem höchsten Staatsamt vermissen.

(Quelle SZ)

Video: Horst Köhler erklärt seinen Rücktritt

YouTube Preview Image

Nun hat er es also wirklich getan, mehrfach wurde dies ja sogar schon gefordert, jetzt hat unser Bundespräsident die Konsequenzen gezogen und ist zurückgetreten.

Sehr schade.

Auch wenn ich seine Aussage mehr als daneben fand, den Rücktritt halte ich aber für völlig überzogen. Der Köhler ist einfach eine ehrliche Haut, da kann man so eine Aussage doch anständig korrigieren, muss aber doch nicht direkt zurücktreten, oder?

Was hälst Du von Köhler Rücktritt? Angebrachte Konsequenz seines verbalen Ausrutschers, oder eine überzogene Reaktion die bar jeder Realität ist? Was denkst Du?

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P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Matthias und ich schreibe hier nun schon seit 2007 mit viel Spass. Du kannst mich zusätzlich auch auf Google+ erreichen, aber noch mehr freue ich mich über einen Austausch per Kommentar.

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23 Antworten zu “Bundespräsident Horst Köhler erklärt seinen Rücktritt”

  1. Uwe Sagt:

    Das hat etwas von „wenn ich mal was sage aber jemand dann etwas dagegen sagt dann packe ich mein Förmchen und gehe in meinem Privatsandkasten spielen“

  2. mace Sagt:

    Meiner Meinung nach ist der Rücktritt auch überzogen. Man sollte sich nicht sofort zurückziehen wenn man mal etwas falsch formuliert oder etwas falsches sagt. Dies sollte man dann korrigieren und dann sollte es gut sein. Schade um Herrn Köhler.

  3. Huge Sagt:

    „Angebrachte Konsequenz seines verbalen Ausrutschers, oder eine überzogene Reaktion die bar jeder Realität ist?“
    Ganz klar letzteres. Wenn er wegen seiner unüberlegten Äußerungen zurücktritt, okay. Das würde Stärke zeigen, auch wenn es immer noch übertrieben wäre, weil er sich ja entschuldigt hat und es letztlich ein Missverständnis war.
    Aber wegen der Kritik – das wirkt ein bisschen wie beleidigte Leberwurst. Sowas muss man abkönnen, wenn man in der Öffentlichkeit steht.

  4. Horst Schulte Sagt:

    In meinen Augen ist der Rücktritt richtig und auch notwendig. Die Bundeswehr hat vom Parlament einen klar umrissenen Auftrag erhalten. Ist dieser gedeckt durch das, was der Bundespräsident in Afghanistan „rausgelassen“ hat? Nein! Der Bundestag besteht nicht aus Hampelmännern. Wir wollen nicht naiv sein. Natürlich geht es bei solchen Fragen auch um massive wirtschaftliche Interessen. Dass er das gesagt hat ist kritisch, hätte aber dann lediglich eine Diskussion ausgelöst, wenn er es nicht ausgerechnet in Afghanistan gesagt hätte.

  5. Tina Richter Sagt:

    Fadenscheinige Ausrede eines Mannes, der keine Kritik vertragen kann, bzw. zulässt.
    Gut, dass er weg ist…(wir sehen ihn bald auf einer Position in der Wirtschaft wieder )!

  6. Harald Jenk Sagt:

    Ich finde den Rücktritt vorbildhaft. Er setzt damit andere Politker unter Druck, zuerst nachzudenken bevor sie schwatzen. Die nachträgliche Relativierung von einaml gemachten Äusserungen lässt immer ein sehr ungutes Gefühl zurück, weil man dann doch nicht weiss, was eigentlich gemeint war.

  7. Mir Susne Hum Sagt:

    Nun, ob die Ratten das sinkende Schiff verlassen? Wenn sie gut beobachtet haben sollten sie das tun.
    …Sie werden gebeten aus ihren Geschäftsräumen auszuziehen…
    Wer ist denn wirklich integer von dem ganzen unfähigen Politikhaufen?
    Jeder erntet irgendwann, was er sät. 👿
    Lies von einem abtrünigen Meister der Schattenregierung 334 Promille Lüge

  8. Oliver Sagt:

    Es ist seit Dieter Bohlen, Stephan Raab & Co. leider gesellschaftsfähig geworden, dass jeder mit belanglosem Blöken über Andere herziehen kann.

    Wenn ich in der Berichterstattung Kommentare lese wie „Kanonenboot Horsti“ für den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland ist das sowas von unverschämt und respektlos, dass Herr Köhler genau das Richtige getan hat. Glückwunsch.

    Dass die Medien jetzt natürlich wieder den Schuldigen suchen, der sich nicht wehren kann oder will, ist bezeichnend.

  9. oce Sagt:

    Was Horst Köhler nun fertig gebracht, sucht seines gleichen. Auf jeden Fall hat er nun
    nach berechtigter Kritik an seiner Person ein Alleinstellungsmerkmal hinsichtlich
    seiner unrühmlichen Amtsniederlegung. Einfach weggelaufen ist er, nachdem es ein kleines bisschen turbulenter um ihn wurde. Vielleicht ist es auch gut so.

  10. Sebastian Sagt:

    Ich finde es auch schade und zu schnell reagiert. Aber hauptsächlicher Grund war wohl (wie er sagte 0:50 min), das er den Respekt vor dem Amt vermisst. Wenn ein Missverständnis ihm Vorgegalten wird und alles getan wird, das er gehen muss.
    Das hat schon echt was von BILD-Mentalität. Die Presse hat ein Opfer gefunden und vernichtet. Armes Deutschland!

  11. Rafael Sagt:

    Herr Köhler ist konsequent, das zeichnet ihn aus. Allerdings halte ich seinen Rücktritt dennoch für überzogen und unnötig.
    Nicht nur deswegen, sondern u.a. auch um uns die nächsten 30Tage der „Nachfolgersuche-Schlammschlacht“ zu ersparen, würde ich es sehr begrüßen, wenn sich Herrn Köhlers Anhänger an geeigneter Stelle zu einer lautstarken Demonstration für den Rücktritt vom Rücktritt versammeln würden.

    Selbst wenn eine solche Demonstration nicht zum Rücktritt vom Rücktritt führen würde, könnte das Volk endlich einmal zeigen, daß es a) sehr wohl an Politik interessiert ist, b) durchaus bereit ist friedlich zu demonstrieren, wenn es um etwas geht, was ihm (dem Volk) wirklich „am Herzen liegt und c) Herrn Köhler zeigen, dass er den nötigen Rückhalt für seine Arbeit hat(te) + (hätte).

    Leider wohne ich zu weit weg von Berlin 🙁 weshalb ich an einer solchen Demo leider nicht teilnehmen könnte

  12. 1ng0 Sagt:

    vor bellevue da wächst die rose
    frühling zieht sein buntes hemd an
    innen drin schmollt die mimose
    tritt zurück von allen ämtern

    wer es wagt kritik zu üben
    an der bundesmajestät
    geht am besten gleich nach drüben
    und das lieber früh als spät!

    wer folgt nach? es laufen wetten:
    rüttgers? stoiber? koch? gar wehner?
    doch uns kann nur eine retten:
    bundespräsidentin lena!

  13. Daniel Heinze Sagt:

    Also, ich hatte bis dato immer Hochachtung vor dem Mann!

    Ich bin auch der Meinung, dass ihm Politik und Presse die Worte im Mund umgedreht haben, aber sich derart „zu verdrücken“ ist echt nicht das angemessene Mittel für den ersten Mann im Staat – wer weiß, was da hinter steckt. Tippe, wir werden es in den kommenden Wochen zu spühren bekommen…

  14. trd510 Sagt:

    Horst Köhler hat seinem Land, seinem Amt und der Gesellschaft großen Schaden zugefügt, entgegen dem Eid den er geleistet hat. In meinen Augen ist er eidbrüchig geworden. Für den Rücktritt aus einem solchen Amt gibt es nur Krankheit und strafrechtliche Gründe, die ja nicht anzunehmen sind.
    Er hat „den Oskar gemacht“ und sich aus der Verantwortung gestohlen.
    Ein Bundespräsident muß mit Anfeindungen fertig wären, das gehört zu seinem Amt. Ich ziehe Parallelen zum Verhalten mancher Banker und mancher Unternehmensleiter.
    Kein Soldat im Kampf für unser Land kann sich so unverantwortlich benehmen und sagen „mir paßt meine Aufgabe nicht mehr“.
    Wie soll man einer jungen Generation Verantwortung abverlangen, wenn das Staatsoberhaupt solch ein schlechtes Beispiel gibt.

  15. embee Sagt:

    Ich finde es auch schade, dass Horst Köhler von seinem Amt zurückgetretten ist. Meiner Meinung nach war er ein guter Bundespräsident. Interessant ist aber auch noch, dass er auch in Zukunft seine vollen Bezüge bekommt, da er gegenüber einen Bundeskanzler keinen Vorstand etc. einer Firma beitretten darf.

  16. Chris Sagt:

    Es ist schon traurig, dass das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik ein Bundespräsident zurückgetreten ist. Ich denke da gibt es noch viel tiefgründigere Probleme als wie sie uns „vorgegaukelt“ werden. Was aber noch viel lustiger ist, ist die Tatsache, dass unsere Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen nun heiße Kandidatin auf dieses Amt ist. Was haben wir nur für Multifunktionsminister – die können ja wirklich alles 🙂

  17. Ruschki Sagt:

    Mal ehrlich und wer entscheidet am Ende wieder? Das Volk? Wohl kaum… ➡

  18. embee Sagt:

    Nun steht ja der Nachfolger, Christian Wulff, so gut wie fest. Erst am Sonntag unsere Grand Prix Siegerin Lena offiziell in Empfang genommen und nun schon Bundespräsident. 😉

  19. Tarik Sagt:

    Wenn es das Internet nicht gäbe, wäre das hier in Argentinien komplett an mir vorüber gegangen.

    So fehlen mir aber trotzdem ein paar politische Diskussionen, um mir dazu eine eigene Meinung bilden zu kölnnen. 😛

  20. Martin Leister Sagt:

    Hier die neuen Kandidaten und die Kandidatin:
    http://bundespolitik-deutschland.suite101.de/article.cfm/14-bundesversammlung-waehlt-neuen-bundespraesidenten

    Ich finde es in Ordnung, dass die Bundesversammlung wählt, wenn auch dieses Mal mein Kandidat nicht durchkommen wird …
    🙄

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