Cannabis auf Rezept: legales Schmerzmittel für Schwerkranke



15. Juni 2016

Allgemeines

Seit einigen Jahren ist die Diskussion um die Legalisierung und Entkriminalisierung von Cannabis in Deutschland wieder sehr aktiv. Für die Befürworter der Pflanze als natürliches Heil- und Schmerzmittel gibt es nun gute Nachrichten zu verkünden, denn die Politik zeigt sich einverstanden mit dem Vorschlag, Cannabis ab 2017 auch auf Kassenrezept auszustellen. Das hat Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) nun erstmals bestätigt. Betroffene können dann Cannabisprodukte wie CBD Öl, aber auch das THC-haltige Marihuana aus Hanfsamen, ganz legal beziehen und müssen es nicht aus eigener Tasche bezahlen.

Allerdings gibt es dazu selbstverständlich auch Einschränkungen. So muss die Voraussetzung für den kassenfinanzierten Bezug von Cannabis sein, dass keine vorangegangene Therapie mehr Hilfe leisten konnte und alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft wurden.

Die Betroffenen sind vor allem Schmerzpatienten und Schwerkranke. Cannabis als Medizin hilft bei chronischen Schmerzen vor allem denjenigen, die sich nicht mehr anders zu helfen wissen. Der Gesetzesentwurf soll diese Patienten – vor allem solche mit Multipler Sklerose oder Krebs – nun entlasten. Ärzte können, wenn sie keine Therapiealternativen mehr sehen, Cannabisblüten und Cannabisextrakte verschreiben. Die Patienten können die Produkte dann in Apotheken erhalten.

Dieses Vorhaben wird von vielen Anhängern der Cannabislegalisierung als wichtig erachtet, da man damit den kontrollierten Anbau von Cannabisprodukten bereits im medizinischen Bereich und damit auch in der Forschung fördert. In Zukunft soll in Deutschland durch eine sogenannte “Cannabisagentur” jeder Prozessschritt in der Abgabe von medizinischem Cannabis innerhalb des Landes abgewickelt werden. Bis dahin wird durch Strenge Importe jedes Produkt reguliert.

Allerdings sieht das Gesundheitsministerium, aber auch die Politik, absolut keinen triftigen Grund, um über die Annäherung an eine Legalisierung zum Privatvergnügen zu diskutieren. Die Abgabe von medizinischen Cannabis in sehr engen Grenzen sei wichtig, aber auch immer noch nicht erforscht genug. Die vollständige Legalisierung von Cannabis hingegen sei eine Illusion, die der Gefährlichen Substanz nicht gerecht würde.

Das Gesetz soll ab 2017 definitiv in Kraft treten. Bis dahin darf bisher ein einziger Patient, der an Multipler Sklerose erkrankt ist, in Deutschland Cannabis selbst anbauen. So hat es ein Gericht bestimmt.

Und? Was haltet ihr von der Geschichte?

 

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About Matthias

P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Matthias und ich schreibe hier nun schon seit 2007 mit viel Spass. Du kannst mich zusätzlich auch auf Google+ erreichen, aber noch mehr freue ich mich über einen Austausch per Kommentar.

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13 Antworten zu “Cannabis auf Rezept: legales Schmerzmittel für Schwerkranke”

  1. name Sagt:

    Es ist unmenschlich, verantwortungslos und nicht Verhältnismässig, wenn man per Gesetzt dazu genötigt werden soll, zu erst harte, stark süchtigmachende und unter Umständen toxische und gefährliche Substanzen, seinem Körper zuführen muss, um überhaupt an einen Nebenwirkungsarmen Naturstoff zu gelangen.

    Der ist Zustand ist für Patienten aktuell Katastrophal! Der Schritt von seiten der BundesreGIERung ist zwar Grundsätzlich zu begrüssen, leider aber nicht gänzlich durchdacht.

    Es könnte den Anschein erwecken, das hier wirtschaftliche Interessen der alteingesessenen Pharma/Chemiekonzernen wichtiger erscheinen als die der Menschen.

    Jeder Mensch hat das Recht selber seine Therapieform zu wählen! Das ist alternativlos 🙂

    Wenn man dann die Risiken und Nebenwirkungen gegenüber dem Nutzen abwiegt, kommt man bestimmt sehr schnell zu dem Entschluss, die Medizin einzunehmen, welche dem Körper am wenigsten schadet!

    Ich persönlich will und werde keine Substanzen zu mir nehmen die mich in eine körperliche Sucht manövrieren. Diese Präparate sind nunmal für „Schwerstkranke“

    Cannabis kann nicht töten! einige andere medizinische Drogen sehr wohl.

    Freiheit für alle Patienten! Und das die Prohibition ein schlechter Witz ist, ist doch auch schon zu vielen durchgesickert.

    Liebe Grüsse

  2. Tommek Sagt:

    Für mich sind Zigaretten und Alkohol weit aus schlimmer.

  3. Jörg Sagt:

    Ich finde es gut das schwerkranke Patienten eine Alternative bekommen. In vielen Studien wird belegt das Cannabis helfen kann.

  4. John Sagt:

    Wer schwer krank ist, dem muss geholfen werden. Niemand sollte mit Schmerzen leben müssen.

  5. Tommek Sagt:

    @John

    das sehe ich genau so.

  6. Robin Sagt:

    Ich kenne Tourette-Patienten die ohne dieses, mittlerweile legale Schmerzmittel nicht eine ruhige Sekunde haben. Die Kassen sollten sich hier bei der Bezahlung der Schmerzmittel beteiligen. Wer Schmerzen hat sollte nicht leiden müssen.

  7. Georg Sagt:

    Ich finde das ganze einfach übertrieben. Man sollte einfach bei solchen Krankheiten ohne Probleme dieses Mittel bekommen, egal ob illegal oder legal!

  8. René Sagt:

    Ich dachte eigentlich, dass es Cannabis bereits auf Rezept in Deutschland zu haben ist.
    Ich rauche zwar nicht, finde aber auch, dass es einfach legalisiert werden sollte, denn ob die Menschen nun Alkohol oder Zigaretten konsumieren oder einfach nur einen Joint rauchen macht für mich kein Unterschied, denn ist wie überall eine Frage der Menge. Ein gelegentliches Glas Wein bringt uns nicht um und soll ja sogar gesund sein. Ein Gelegentlicher Joint fördert die Entspannung. Klar wer jeden Tag kifft, wird Probleme bekommen. Aber das bekommt auch der, der jeden Tag säuft.
    Und auch hätte der Stadt dann noch einen lukrative Steuereinahmequelle. Ich glaube ja das es nicht mehr lange auf sich warten lässt, bis auch in Deutschland Cannabis legal im Kiosk zu erhalten ist.

  9. Jan Hartmann Sagt:

    Nun, ich denke, dass jeder Mensch für sich selbst entscheiden sollte, was für Ihn gut ist und was nicht. Würde man Cannabis legalisieren und eben nur schwer Kranken gegen Rezeptvorlage aushändigen, würde das denke ich niemanden schaden. Es gibt weitaus gefährlichere Medikamente, die letztendlich mehr Schaden anrichten, als das sie wirklich helfen.

  10. Eduard Weber Sagt:

    Eines sollte man zusätzlich wissen. Cannabis ist vielfältiger und nützlicher, als was man bisher darüber lesen könnte. Die Naturheilmittel-Experten können davon ein Lied singen. Wußtet Ihr, daß Cannabis ein hervorragendes Anti-Krebsmittel ist? Natürlich, wie viele andere Mittel, die eigentlich natürliche Lebensmittel sind. Mal etwas anderes als das, was man in den meisten Läden zur eigenen Ernährung erhält. So langsam erwacht der Geist der natürlichen Genesung wieder. Ich als Unternehmer denke, daß viel mehr Freiheiten her müssten. Es kann doch immer noch jeder ab einem gewissen Alter entscheiden, ob er mit dem Rauchen anfängt oder nicht. Und das ist genauso schädlich, wenn nicht schlimmer. So langsam erwachen wir, und versuchen endlich das was nicht mit dem teuren chemischen Mitteln kuriert werden kann, doch noch mit den offensichtlich nützlichen Mitteln aus der Natur zu behandeln. So sind Themen, wie Cannabis, Curcumma, etc. nun endlich mal auch von wissenschaftlichen Kreisen durchgesetzt worden.

    Ich bin Unternehmer und denke, man sollte das tun, was einem sein Wissen als Optimum gebietet, so in der Heilbehandlung, wie in der Ernährung und genauso in einem Unternehmen. Alleine man muß den Mut dazu aufbringen (auch wenn es Hindernisse gibt, wie Kosten usw.). Heute, in der Zeit in der das Internet so viele Informationen bietet, ist die Fähigkeit mehr denn je gefragt die Informationen selber zu suchen, zu bewerten und auswählen zu können, um damit nützliches zu tun.

    Ich für meinen Anteil sage, es ist gut natürliche Heilmittel zuzulassen und vor der Auswirkung von Nebenwirkungen zu schützen und zu warnen. Man darf ja schließlich auch nicht mit einem Schmerzmittel ins Auto steigen. Ggf. können hier organisatorische Maßnahmen helfen.

    Zum Schluß möchte ich mich auch der Meinung meiner Vorschreiber. Wie Jan Hartmann geschrieben hat, es gibt gefährlichere Medikamente, die mehr Schaden anrichten. Dazu gehören alle chemischen Mittel.

  11. Jonas Sagt:

    Ich finde das Gesetzt schon gut prinzipiell. Was ich mal wieder sehr schade finde, dass die Betroffenen erst Cannabis erhalten wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Gerade bei Schmerzpatienten finde ich es nicht in Ordnung. Wenn ihnen Cannabis hilft dann sollten sie es auch früher bekommen kombiniert mit anderen Methoden und nicht als die letzte Lösung

    Jonas

  12. Andreas Sagt:

    Das ist bestimmt ein Schritt in die richtige Richtung, aber ein sehr langsamer und zögerlicher. Wieso Cannabis nur als letzten Ausweg verschreiben, wo es doch bei gewissen Beschwerden eher die erste Wahl sein sollte?

  13. Martina Sagt:

    Ich finde die ganze Diskussion seitens der Politik heuchlerisch. Welche Schäden Alkohol anzurichten vermag, dürfte jedem bekannt sein. Nikotin steht nur insofern zur Debatte, wenn es um Steuererhöhungen geht. Und Cannabis ist aktuell illegal. Dabei ist es eigentlich klar, dass die meisten schädlichen Wirkungen beim Konsum von der Zusammenpanscherei herrühren, nicht von der eigentlichen Substanz selbst. Gerade Kranke können von Cannabis profitieren, letztlich ist es in reiner Form ein „Kraut“ gegen diverse Beschwerden. Das lässt sich von Alkohol und Nikotin nur schwer behaupten – obwohl, beides in reiner Form bringt Nutzen, sofern die Dosierung stimmt. Ich persönlich wünsche jedem Patienten, dass es auch tatsächlich klappt, wie von Hermann Gröhe befürwortet. Allerdings schüttele ich über die vielen „aber nur wenn…“ schon wieder den Kopf.

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