Der Berliner..



19. Oktober 2011

Allgemeines

Ich finde man kann Menschen nicht über einen Kamm scheren, es gibt in jeder Stadt Leute die man mag und Leute die man einfach nicht mag.

So war das in Düsseldorf und so ist es jetzt auch in Berlin. Aber der Ur-Berliner hat schon ein paar recht eigenartige Züge, die nicht jeder hat, die aber auffällig häufig auftreten. Dieses unfreundlich wirkende Abweisen ist meist aber nur Fassade, man muss sich nur die Mühe machen dahinter blicken zu wollen.

Aber nun zur Geschichte, passiert letztens nach der OMCap auf dem Weg nach Hause. Brauchte ein Taxi, die Strasse war einspurig, viel los.. Da hält eines mit so einer komischen Schiebetüre an der Seite. Der dahinter hupt schon, also spring ich einfach vorne rein. Und dann ging das Gespräch etwa so los:

Taxifahrer: Se sind keen Berliner, wa!
(Das wa wird hier nicht als Frage intoniert, sondern eher rausgebellt, deswegen das Ausrufezeichen am Ende.)

Ich: Nein, ich wohne erst 3 Monate in Berlin. Wie kommen Sie darauf?

Taxifahrer: Der Berliner steigt nicht vorne ein, der läßt sich kutschieren.
(Einen Moment Ruhe, ich überlege noch ob ich mit dem quatschen will oder direkt das iPhone raushole um zu surfen..)

Taxifahrer: Der Berliner Taxifahrer mag das auch nicht wenn man vorne einsteigt, wa!

An dem Punkt wäre ich fast ausgestiegen, der Kerl war sowas von unfreundlich, da fragt man sich direkt warum der einen Job mit Menschenkontakt gewählt hat. Aber ich kenn ja mittlerweile ein paar Berliner, wie die Süßspeise die hier Pfannkuchen heisst, sind die innen drin eigentlich ganz nett.

Hab also ein Gespräch mit dem über Berliner, Schwaben und sonstige Zugezogene angefangen. Das Gespräch wurde dann noch ganz nett. Er ist, wie viele Ur-Berliner, ein bischen genervt von den Zugezogenen und den Änderungen die sowas mitbringt. Gut, so ist das eben in einer florierenden Metropole, da muss er durch..

Und was ich wieder gelernt habe, man darf sich nicht von dem harten Kern abschrecken lassen. Bei manchen Leuten braucht man eben ein bischen länger um an das nette Innere zu kommen.

Und bestellt niemals einen Berliner in Berlin, das heißt hier Pfannkuchen. Solltet ihr allerdings einen Pfannekuchen haben wollen, dann ist das hier ein Eierkuchen..

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About Matthias

P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Matthias und ich schreibe hier nun schon seit 2007 mit viel Spass. Du kannst mich zusätzlich auch auf Google+ erreichen, aber noch mehr freue ich mich über einen Austausch per Kommentar.

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20 Antworten zu “Der Berliner..”

  1. Nico Sagt:

    So kanns passieren. Einheimische sind aber fast immer unglücklich, wenn neue auftreten und was ändern wollen.

  2. Fabian Sagt:

    Ich kann ihn da nachvollziehen, aber auf der anderen Seite hat es auch seinen Reiz, neue Menschen kennenzulernen, die sich kulturell eben doch ein wenig von sich selbst unterscheiden.

  3. Yves Deslauriers Sagt:

    😎

    Ich liebe dieses „Schlechtgelaunte“ und etwas Barsche hier in Berlin. Dass auch ich Zugezogener bin, wurde mir schon so oft unter die Nase gerieben. Damit muss man hier leben.

    Ganz wichtig, lobt Berlin nicht so in den Himmel. Outet einen immer sofort ;).

  4. Mac Sagt:

    Bin seit über 30 Jahren in Berlin… Ick liebe dett Ding! Ziehe eher über Wessis her, obwohl ich im Ursprung selbst einer bin. 😉

  5. Chris Sagt:

    Eine ähnliche Erfahrung hatte ich auch letztens beim Taxi Fahren in Berlin gemacht. Freundlich war der Herr am Anfang nicht, als man aber ins Gespräch kam ist er auch aufgetaut. Scheint typisch für die Taxifahrer dort zu sein…

  6. Tim Sagt:

    Die Berliner sind schon ein verrücktes Völkchen 😀

    Aber sowas erlebt man glaub ich in jeder Stadt, in die man neu gezogen ist.

    Wenn ein Berliner ins Ruhrgebiet ziehen würde, dann würde er sich auch umschauen 😀

  7. Tom Sagt:

    also das mit den Pfann- und Eierkuchen hätte ich dir auch sagen können. ist hier in MV nämlich genauso. allerdings sind wir weltoffen und kommen mit allen Begrifflichkeiten klar. wir sagen zwar Bulette, verstehen aber auch Frikadelle und Bratklops. :mrgreen:

  8. Veit Sagt:

    Gibt’s in Düsseldorf keine Griesgrame und Ähnliche? Manche Berliner tragen den weichen Kern aber sogar nach außen. Zu denen zähle ich gebürtiger mich. Obwohl du keine Gedichte magst, Matthias, hier ein paar Zeilen, die ich einst zum Urberliner verfasst habe: http://gedichtbandlose-lyrik.de/eventuell-der-letzte-urberliner

  9. Sara_Michel Sagt:

    Das ist echt ne typische Berlin-Situation. Höflichkeit sollte man in Berlin nicht überbewerten^^, hier herrscht oft ein rauher Ton. Das ist aber meistens absolut nicht böse gemeint, kann ich nach drei Jahren hier sagen.
    Langsam habe ich mich dran gewöhnt und finde es besser als künstlich freundlich zu sein. Der Berliner ist eben direkt und das ist auch gut so. 😀

  10. Pete Sagt:

    Ich bin ab und zu mal für ein paar Tage in Berlin und mir fällt es auch jedes mal auf, einige Berliner haben einen Ton drauf, den man sonst nirgends findet, ich kann bis heute nicht so richtig damit umgehen, aber schlimm finde ichs auch nicht, besser als so eine aufgesetzte übertriebene Freundlichkeit…

  11. Miki Sagt:

    Schön, dass du dich schon an „uns“ gewöhnt hast… und mit den „Berlinern“ zum Essen gibts sogar in unserer Familie ne lustige Anekdote: ein unkundiger West-Verwandter sieht verzweifelt die lange Schlange beim Bäcker und ruft schon mal rein: „Haben Sie Berliner?“ Sagt einer der Berliner in der Schlange: „Na siehste doch, hier stehen doch ne Menge rum!“ Ich fands lustig ❗ und er erzählte es voller Empörung… und alle waren sie auch noch… die Berliner .. öhm… Pfannkuchen … Und nun fühle dich geehrt, ich bin schließlich im Blog-Urlaub 😯 Ich hoffe, euch gehts gut….hier… liebe Grüße umme Ecke!

  12. Tanja Sagt:

    Das erste Mal, als ich in Berlin war, hatte ich auch Schwierigkeiten mit der Berliner Art. Aber mittlerweile nehme ich denen das nicht mehr persönlich. Die schlaksige Art und Weise macht sie auch irgendwo symphatisch und gehört einfach zu Berlin. Ich habe gelernt, dass man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen soll.

  13. Tobias aus Stuttgart Sagt:

    Also aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass du da in Berlin nicht alleine bist. Hier bei mir finde ich sind die Leute auch tendentiell öfter unfreundlich. Aus Bayern kenne ich das z.B. nicht. Vielleicht liegts am Katholizismus, vielleicht am Bier, aber mein Eindruck ist, dass die Bayern recht freundlich sind. Vielleicht solltest du nach München ziehen? 😉

  14. Sebastian Sagt:

    Ja, das weiß man doch mit dem Einsteigen 😉
    Vorne sitzt man nur wenn es hinten voll ist.

    Ja der Berliner ist: Wenn es schlimmer klingt als er es meint. Und das stimmt.

    In Berlin gibts auch keine Brötchen, sondern Schrippen 🙂

    Letztens hab ich auch mal wieder nen deutschen Taxifahrer gehabt, leider inzwischen selten.

  15. Dave Sagt:

    Ich mache mir wirklich selten die Mühe jemanden besser kennenzulernen.

    Wenn er nicht direkt gleich nett ist, dann bin ich es halt auch nicht. Da hat er Pech gehabt 😀

    Schwabe, Badener oder Ossi. Wer sich keine Mühe gibt, der bekommt von mir auch nichts zurück.
    So einfach ist das.

    Vielleicht „verpasse“ ich hin und wieder nützliche Gelegenheiten, aber das nehme ich in Kauf!

    Viele Grüße, Dave

  16. Aschenputtel Sagt:

    Ich muss sagen, ich bin öfter im jahr in Berlin und komme damit eigentlich recht gut klar. Am Anfang ist diese komische Unfreundlichkeit etwas gewöhnungsbedürftig, aber du seihst ja selbst, nach einer Weile tauen die auch auf. 😀

  17. Stylons Sagt:

    Es geht eben nichts über die Berliner Schnauze ^^

    Ich bin auch Wahl-Berlinerin un hab mich aber schnell an den rotzigen Berliner Charme gewöhnt.
    Hilft wohl wenn man selbst auch nich aufn Mund gefallen is und nen flotten Spruch auf den Lippen hat!

  18. Carsten Sagt:

    Ich kann die Stadt auf den Tod nicht ausstehen – bin aber hin und wieder genötigt, dort hinzufahren, sei es beruflich, sei es, um auf Konzerte zu gehen oder Freunde zu besuchen. Die freundlichsten Menschen, die ich in Berlin bisher getroffen habe, sind Inhaber von Dönerbuden und Kiosken. Ansonsten durch die Bank weg schlechte Erfahrungen gemacht, sei es im öffentlichen Nahverkehr, im Restaurant oder in Kneipen. Absolut nicht mein Fall!

  19. Nicole Sagt:

    Mein erstes Erlebnis in Berlin war total freundlich. 🙂 Ich hatte mich mit einem Mietwagen verfahren. Das war noch zur Zeit der Papier Falkpläne. Da hab ich einen anderen Fahrer gefragt, der hat mich 3 Kilometer weit gelotst. Das wäre mir in Frankfurt nicht passiert. Da lassen die dich verrecken, wenn Du in der Einfahrt stehst 🙁 und einfach nur auf die Strasse willst. Also, Willkommen in Berlin!

  20. Sandra Sagt:

    Wie die, für uns Berliner, in Berlin Pfannkuchen heißen, ist mir auch ein Rätsel. Die sind schon komisch, die Berliner. Aber ich glaub, in so einer großen Stadt muss man einfach barsch sein und eine gewisse Distanz für den Anfang wahren. Die Bayern sind hingegen ein ganz komisches Völkchen, dessen Arroganz ich nie vrstehen werde. Bayerisch ist noch nicht mal erotisch wie schwäbisch oder Französisch 😛 Trotzdem hab ich dort 6 Jahre überlebt.

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