Fluglinien sollen nicht ausreichend gesicherte persönliche Daten melden – De Maizière hält das für eine gute Idee



22. Januar 2010

Politik

Na das ist ja mal ein dickes Ding, zumindestens mir war das in diesem Ausmaß nicht bewusst.

Da habe ich doch gestern im Radio gehört, dass die Fluglinien schon seit einigen Jahren meine persönlichen Daten an die Amerikaner melden, wenn ich in die USA reise.

Und dabei sind nicht nur Name, Adresse und Telefonnummer (das ist ja schon schlimm genug), sondern auch Essensvorlieben, Bonusmeilen, bekannte weitere Flüge und sonstige Einträge bei den Fluglinien.

Hallo? Bonusmeilen und sonstige Einträge?? Erstmal finde ich es erschreckend das die Fluggesellschaften sowas scheinbar speichern, kann das aus Gründen des Kundendienstes und besseren Services aber ja noch verstehen. Aber das diese Daten an die amerikanische Regierung gehen finde ich eine Frechheit.

Selbst der Name und die Adresse geht die eigentlich nichts an, aber das geht ja noch – man unterstützt ja einiges für die internationale Sicherheit. Aber meine Essensgewohnheiten im Flugzeug, meine Bonusmeilen und damit meine anderen Reisen?! Das geht die Amis ja mal gar nichts an, finde ich.

Und als wäre das nicht schlimm genug der selbsternannten internationalen Polizei meine Daten zu übertragen, wollen die EU Innenminister das jetzt auf Europa ausweiten, und die Fluggesellschaften zwingen meine Daten an jedes meiner Reiseländer zu übertragen. Automatisch, ohne Verdachtsfälle und ohne sonstige Begründung, einfach weil ich dorthin fliege, bekommen die alle meine Daten. Und dann hört man von unserem eigenen Innnenminister sowas:

De Maizière zeigte sich offen für einen neuen Vorschlag. „Es ist nicht einzusehen, warum wir so etwas nicht auch in Europa machen sollten.“ Es werde aber darauf ankommen, wie ein solches System ausgestaltet werde. Das Datenschutzniveau des Abkommens, das die EU mit Amerika geschlossen hat, sei nicht ausreichend. De Maizière wandte sich vor allem dagegen, dass die Fluggastdaten in dem alten Entwurf bis zu 13 Jahre lang gespeichert werden sollten.

(Quelle: FAZ)

Der feine Herr De Maizière versteht nicht warum wir das nicht auf Europa ausweiten sollen, obwohl er zugibt das das Datenschutzniveau mit den Amis nicht ausreichend ist! Hallo?

Wenn das schon mit den Amis nicht klappt, wie soll das erst aussehen wenn man das in jedes europäische Land überträgt. Mehr Menschen, mehr Systeme führen doch automatisch zu mehr Fehlern und mehr Missbrauch.

Und was bringt dem Herrn De Maizière und den Ländern meine Daten? Richtig, erst mal gar nichts. Es sind Datenleichen die in Karteigräbern die Bits und Byts zum rosten bringen. Und die einzigen die davon etwas haben sind diejenigen die diese Daten missbrauchen. Und sollte es zu einem Ernstfall kommen in dem man sowas wirklich braucht, kann man die auch dann abfragen.

Und sollte es um die Erkenung von Terroristen gehen (das ist ja immer ein tolles Argument mit dem man alles erklären kann, sogar die Arbeit der Getränke-Mafia am Flughafen), dann würde es doch reichen die Namen mit Listen von Verdächtigen zu vergleichen, auch wenn ein echter Terrorist wohl kaum mit seinem echten Pass reist, oder? Was brauchen die dann meine Adresse, Telefonnummer oder Essensgewohnheiten?

Fazit
Also ich halte das für völlig daneben und kann dem lieben Innenminister De Maizière in keinster Weise zustimmen, ja sein Interesse an sowas nichtmal nachvollziehen. Anscheinend bin ich da unter-informiert, oder es werden da in den EU Versammlungen einfach zu viele Blank-Zustimmungen verteilt.

Sicherheit ist wichtig, muss aber in der Relation zum Aufwand und zur Datensicherheit bleiben. Und wenn diese nicht ausreichend ist (Aussage von De Maizière selber), dann verstehe ich nicht warum man sowas nicht sofort stoppt, ja gar im Gegenteil das auf noch mehr Länder ausweiten will.

Wie siehst Du die Sache? Sinnvoll diese Daten an alle Länder in der EU zu verteilen, oder sollte man den Datenexport an die USA schon stoppen und nicht noch das Datenverschenken ausweiten? Was denkst Du?

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4 Antworten zu “Fluglinien sollen nicht ausreichend gesicherte persönliche Daten melden – De Maizière hält das für eine gute Idee”

  1. Tadeusz Szewczyk Sagt:

    Wer sich buchstäblich „nackig macht“ im Nacktscanner der wird das auch zulassen. Die deutschen haben halt „nichts zu verbergen“. Ist doch nur eine weitere Gemeinheit im Maßnahmenkatalog.

  2. Tarik Sagt:

    Wo ist das Problem, diese Informationen den Amerikanern mitzuteilen?
    Ich glaube nicht, dass sie dadurch irgendetwas neues zu hören bekommen.

    Sie hören doch schon Telefonate ab, überwachen Mails, …

  3. Name Sagt:

    Wir vom Stuttgart Journal finden es eine absolute Frechheit, wenn personenbezogene Daten an wen auch immer gesandt werden sollen. Der Nacktscanner hingegen sollte nicht so umstritten sein, sofern die Schamgrenze mancher Menschen nicht überschritten wird.

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