Google verklagen und gewinnen



6. März 2009

Werbung

google-bildHab da eine lustige Geschichte gefunden, in der ein Adsense User von Google seinen Account gesprerrt bekommen hat, dies nicht hinnehmen wollte und am Ende Google erfolgreich auf Auszahlung verklagt hat.

Aber erstmal der Reihe nach. Aaron Greenspan, von Think Computer Corporation hat im Dezember von Google seinen Adsense Account gesperrt bekommen. Eigentlich keine neue Nachricht, sowas hört man immer wieder, meist aus den verschiedensten Gründen.

Mit der Sperrung wollte Aaron sich aber nicht abfinden und hat in einer mittelgrossen Odysee durch Google Kontaktpersonen versucht den eigentlichen Grund für die Sperrung rauszubekommen. Und er wollte die 721 Dollar wiederhaben die Google ihm noch schuldet (aus dem angefangenen Monat).

Hat aber nicht funktioniert, er hat nirgendwo eine Antwort mit einer Begründung für die Sperrung des Adsense Accounts von Google bekommen.

Irgendwann hatte er dann die Nase voll und ist zum Santa Clara County Gericht gegangen und hat gegen eine Gebühr von 40 Dollar ein Klage gegen Google eingereicht.. Dann wird die Geschichte unterhaltsam..

Die von Google beauftragte Vertretungsperson vor Gericht konnte auch nicht erklären warum Google den Account gesperrt hat und hat sich mit der Aussage „Google kann den Account jederzeit ohne Grund kündigen“ rauszureden versucht. Das fand der Richter nicht so lustig und meinte sowas wie „wegen meiner Augenfarbe können sie mir aber doch nicht kündigen, oder?“.. Und an dieser Stelle hatte Google wohl verloren..

Dann kommt der Richter zu einem Ergebnis:

„I don’t think I have the power here in Palo Alto small claims court to make you reinstate his account, but I think you owe this young man $721,“ he said finally. „I think there might be money in Google’s treasury for that.“

„Ich glaube sie schulden dem jungen Mann 721 Dollarr“ finde ich super.. Am Ende hat Aaron dann nicht nur seine 721 Dollar von Google bekommen, sondern auch die Erstattung der 40 Dollar für die Einreichung der Klage..

Die ganze Geschichte (in englisch) gibts übrigens bei der huffingtonpost.

Und dann ist da noch die Aussage die sicherlich in nächster Zeit für einige Aufregung sorgen wird:

„But it’s not fair!“ Google’s paralegal protested. „What if everyone whose account was cancelled sued Google?“

Jap, was passiert jetzt wenn jeder dessen Account von Google ohne Begründung geschlossen wurde auf sein Recht pocht, und was passiert wenn jeder die „angeblich durch Klickbetrug“ erhaltenen Zahlungen (die ja angeblich direkt an die Kunden zurückerstattet werden) gerichtlich einfordert?

Tja, dann wird Google eine Menge Anwälte brauchen und eine Menge Zeit in Gerichtsverfahren verbringen, oder?

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About Matthias

P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Matthias und ich schreibe hier nun schon seit 2007 mit viel Spass. Du kannst mich zusätzlich auch auf Google+ erreichen, aber noch mehr freue ich mich über einen Austausch per Kommentar.

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23 Antworten zu “Google verklagen und gewinnen”

  1. eliterator Sagt:

    Das klingt ja echt super..aber ob man Google damit in die Knie zwingen würde..Die denken sich doch sicher dann was ganz wasserdichtes aus, sollten mehr als vielleicht 10 Leute auf die Idee kommen, IHR Geld zurückzuverlangen..Spannend!

  2. Chris Sagt:

    Naja das mag vielleicht in Amerika funktionieren, ich denke aber nicht, dass man hier in Deutschland eine Chance hätte.

  3. Matthias Sagt:

    Tja, würde sagen, wer nicht wagt der nicht gewinnt..

  4. Felix Sagt:

    Hi,

    gerade in Europa sollte man es da vor Gericht nicht schwierig haben. Verstehe nicht warum die Leute, dessen Accounts gesperrt werden nicht vor Gericht ziehen. Eine Bank kann auch nicht einfach dein Konto sperren und das Geld einbehalten.

    Fight for your right!
    Felix

  5. Matti Sagt:

    Das ist wenigstens mal eine vernünftige Entscheidung von dem Richter. Noch besser gefallen hätte mir wenn der Richter Google dazu verpflichtet hätte den Grund für die Sperrung inclusive der Beweise dafür offenzulegen. Wenn der Account zu Recht gesperrt wurde ist das einbehalten der ausstehenden Zahlungen ja noch OK aber einfach keinen Grund anzugeben finde ich sowas von daneben. Auch wenn 700$ für Google Peanuts sind ist das doch für eine einzelne Person viel Geld…

  6. Enrico Sagt:

    witzige geschichte. es bleibt abzuwarten ob und in welchem umfang das jetzt in serie geht. aber ich denke die jungs von google sitzen schon über ihren nutzungsbedingungen und werden bald eine bessere abwicklung der sperren präsentieren. besser im sinne von wasserdicht gegen etwaige klagen natürlich

  7. Tom Sagt:

    Manchmal ist auch über dem Teich Recht noch Recht. Selbst wenn da Klickbetrug gewesen wäre, dürfte aber nur der nachweislich betrügerische Anteil des Kontoguthabens einbehalten werden.

  8. Heiko Sagt:

    Haha! Das Zitat von Google gefällt mir gut 🙂
    Lieben Gruß und schönen Urlaub!

  9. Chris Sagt:

    Ich glaube unsere Gerichtskosten sind höher als 40 Dollar. Und nicht die Anwaltskosten vergessen. Ich möchte aber auch nicht in einem Land leben, wo Jeder Jeden verklagen kann. 😕

  10. Wingerter Sagt:

    Das ist sowieso so eine Sache mit dem Klickbetrug. Google wird doch wohl nicht jede IP Adresse für jeden Klick speichern um wenigstens die schlechten Klickbetrüger (ohne IP-Switch) zu enttarnen. Und an der CTR ist das auch nicht festzumachen. An manchen Tagen ist sie über 7% und an manchen weit darunter. Das heißt dann aber nicht, dass man manchmal wild auf die eigene Werbung losgeht, um schnell noch die USD 100 vollzubekommen, vor dem Monatsende.

  11. Mittelalter Sagt:

    Also das war sehr (!) mutig von dem Kunden. Unglaublich, was er da gewagt hat, ich schätze, er gehört zu den Einzelfällen. Tatsächlich ist es aber interessant, was da abgelaufen ist. Von Gleichheit und Gerechtigkeit ist hier keine Rede mehr.

  12. Hofnarr Florian Sagt:

    Ich bezweilfe, dass dies Google irgendwie kratzt. Langfristige Folgen erwarte ich dadurch auch nicht. Trotzdem nette Geschichte.

  13. Franky Sagt:

    Frag mich was das für ein Anwalt von Google war. Der wird wohl nicht mehr so schneel vor Gericht Google vetreten dürfen. Dem Geschädigten sei es vergönnt.

  14. Bad Karma[CORE] Sagt:

    Saubere Leistung, ich hatte zwar bisher noch keine Probleme mit Adsense, und die Auszahlungen sind sauber durchgelaufen aber die ganzen Berichte über Schließungen von Accounts hab ich in diversen Webmasterforen ja selbst lesen können. Anscheinend kann man da in den Staaten wohl was gegen machen, interessant wäre es zu sehen wie ein ähnlich gelagerter Fall in Deutschland aussehen würde. Aber dann bitte vorm OLG Hamburg 🙂

  15. Lothar Seifert Sagt:

    Die können das gar nicht verraten. Dann kämen die Geheimnisse raus, die keiner wissen soll. Wie das wohl in Deutschland ausgegangen wäre. Der Punkt, Offenlegung der Gründe ist ja doch bei jedem Richterspruch wichtig.

  16. Xtweety Sagt:

    „Ban Google“ is what I would like to tell to this story, cause so many people in this web have big problems with this „crazy kind of working“ of google. perhaps we all should stay together an „BAN GOOGLE“ ?

  17. Michael Sagt:

    Die Geschichte liegt ja nun schon einige Zeit zurück. Was ich so die letzten Jahre im Internet beobachten komnnt ist, dass gerade in den lockeren Jahren des SPAMs und der MFA Webseiten 2007 bis 2009, die Accountschliessung stark angestiegen ist.

    Seit 2010 ist das seltener geworden bzw, wird nicht mehr so breit getreten, da man erkannt hat das auch Google net ganz so doof ist, wie manche Hobbywebmaster wohl dachten. Die richtigen Master haben das Potenzial erkannt, Vorgehensweisen auf anderen kleineren Seiten mit billigen Accounts getestet und die Erkenntnisse in grosse investiert, Vielen die kleinen auf, wurden die grossen angepasst/optimiert.

    Trotzdem, solch eine Möglichkeit wird hier niemals Anklang finden, da das deutsche Recht nicht ganz so konform geht mit dem was geschrieben steht und Google sich nicht in die Karten schauen lässt.

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  1. AdSense Einspruch - hoffnungslos | going wrong - 26. März 2009

    […] Auf dem Meinungsblog gibt es einen interessanten Artikel bzgl. einer Klage gegen Google. Leider aus den USA, aber als […]

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