Heroin spritzen – Anleitung für Anfänger



5. Januar 2010

Allgemeines

Arg, ich finde es gibt Sachen die muss man nicht unbedingt haben. Ich finde Aufklärung gegen Drogenmißbrauch ja sehr sinnvoll, aber „Heroin für Anfänger“ geht dann doch irgendwie zu weit, oder?

Die Stadt New York hat nämlich für etwa 32 000 Dollar 70 000 Flyer produziert in denen der richtige Umgang mit Drogen erklärt wird. (PDF als download gibts hier.) Soweit so gut, aber irgendwie geht mir das zu weit, da sind richtige Anleitungen drin wie man richtig spritzt, den Körper aufwärmt und die richtige Vene findet.

(Screenshot des PDFs)

Gut, jetzt bin ich etwas schlauer, und sollte ich mal Heroin spritzen wollen, dann weiss ich jetzt wie es geht..

Aber mal ehrlich. Aufklärung, gerade gesundheitliche Tipps, ist doch super. Aber man muss ja nicht gleich ein Handbuch für Anfänger daraus machen, oder? Und ob das wirklich hilft die Leute von den Drogen wegzubekommen halte ich für fraglich.

Ausserdem glaube ich, wer Heroin spritzt, der weiss wie das geht und braucht keine Anleitung. Für das Geld sollte man vielleicht lieber Einwegspritzen zur Verfügung stellen oder den Abhängigen helfen ins Methadon-Programm zu kommen.

Wie siehst Du das? Gute Aufklärung die sicher hilft den Drogenkonsum in den Griff zu bekommen, oder völlig daneben, so ein Handbuch für den richtigen Drogengebrauch hilft niemandem?

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About Matthias

P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Matthias und ich schreibe hier nun schon seit 2007 mit viel Spass. Du kannst mich zusätzlich auch auf Google+ erreichen, aber noch mehr freue ich mich über einen Austausch per Kommentar.

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21 Antworten zu “Heroin spritzen – Anleitung für Anfänger”

  1. Kranker Pfleger Sagt:

    Ich halte das insofern für sinnvoll, als daß unsauberes Spritzen „Nebenwirkungen“ hat, die für den Konsumenten ungesund und die Gesellschaft teuer sind. HIV, Hepatitis B/C, Abszesse usw.

  2. Tom Sagt:

    Motto: Sterben, aber bitte richtig.
    Was die „Nebenwirkungen“ angeht. Vielleicht sollte man die Leute lieber davon abbringen als ihnen zu zeigen wie sie es besser machen können.

  3. Kranker Pfleger Sagt:

    @Tom: Das klappt leider nicht bei jedem. Da sollte man schon alle Bereiche abdecken.

  4. Steffen Geyer Sagt:

    Ola Matthias!

    Na… Mit dem falschen Fuß aufgestanden?

    Der Flyer ist doch keine Anleitung „Heroin für Anfänger“ sondern ein ganz normaler Beipackzettel im Rahmen eines Spritzentausch-Programms. Ich kann nichts in ihm entdecken, dass nicht unmittelbare (Über)Lebenshilfe für Schwerabhängige ist!

    Auch wird der eigentliche Ablauf vor dem Schuß – Heroin in Flüssigkeit lösen, durch Filter in Spritze aufsaugen, Arm abbinden, Vene suchen, Blut in Spritze ziehen, Spritze leerdrücken – nicht gezeigt oder erklärt.
    Dafür enthält der Flyer jede Menge Tipps, die Infektions- und andere Begleiterkrankungen verhindern helfen. Heroin ist ja nicht deshalb „so gefährlich“, weil der Stoff so toxisch wäre, sondern weil die Verkaufs- und Konsumumstände dermaaßen unter aller Sau sind.

    Ich habe den Eindruck, dass sich der Flyer an bereits konsumierende New Yorker richtet und nicht an „interessierte Nichtkonsumenten“. Konsumenten über Risiken und Safer Use aufzuklären, ist indes der beste Schutz vor Drogenelend und Folgeerkrankungen. Damit lockt man niemanden zum Erstkonsum, rettet aber Konsumentenleben und erspart der (nichtkonsumierenden) Gesellschaft Krankenkosten etc.

    Mit hanfigen Grüßen
    Steffen

    P.S. Wenn mir dies gestattet ist, möchte ich Dir meinen Artikel „Mehr Drogentote durch (Heroin-)Legalisierung?“ ans Herz legen. Du scheinst mir nämlich ein paar Vorurteile zu haben… http://usualredant.de/drogen/mehr-drogentote-durch-legalisierung.html

  5. Matthias Sagt:

    @steffen: vielleicht falsch erwischt, aber irgendwie erscheint mir das nicht unbedingt fokussiert auf gesundheitliche tipps.

    und genau das meine ich ja, wenn man die Konsumumstände in den griff bekommen will, dann doch nicht mit so einem flyer, sondern dann muss man was ändern.

    links immer gerne, werde ich mir heute abend in ruhe durchlesen.

  6. medizynicus Sagt:

    Sicherlich eine zweischneidige Sache.
    Ich denke, hier geht es in erster Linie darum, Komplikationen zu vermeiden: Thrombosen, Infektionen bis hin zur Blutvergiftung und so weiter.
    Ein Junky wird halt dann „teuer“ für die Gesellschaft, wenn er das Gesundheitssystem beansprucht (oder das Justizsystem, aber das ist ein andere Thema. Vielleicht gibts ja demnächst auch einen Flyer „Autos knacken – aber richtig“)

  7. Sascha Sagt:

    Sieh es mal so: Wenn diejenigen die eh schon kurz davor sind anzufangen nicht wissen wie es geht holen die sich was weiss ich für Krankheiten. Man kann auch vom Heroin wieder loskommen aber von den Folgekrankheiten nicht mehr (AIDS USW). Deswegen finde ich es nicht falsch den richtigen Umgang mit der Spritze zu lehren, denn machen tun die das eh.

  8. Christoph J. Sagt:

    Man will die Leute mit diesem Flyer doch nicht vom Konsum weg bekommen… Wer es machen will und an die Substanz ran kommt, der macht es sowieso – und mit diesem Flyer wenigstens „gesünder“.
    Und als „Anleitung für Anfänger“ verstehe ich das auch nicht.

  9. Scheiß-Drogen Sagt:

    Vieleicht wird auch irgendwann noch das Fixbesteck im Kaugummiautomat verkauft. (Inhalt Spritze, Löffel, Feuerzeug, 50 g Heroin sowie ein Gürtel zum Veneabbinden).

    Ich glaub es hackt wieviele Menschen sollen den noch an dem scheiß sterben? 😕

  10. KurtKotbatzen Sagt:

    @Scheiß-Drogen: fixbesteckt gibt es schon aus dem automaten, zwar ohne heroin aber ansonsten ist alles drin was man braucht, ascorbinsäure, spritze, kanüle, filter usw. ich finde es auch völlig legitim, was spricht denn dagegen? meinst du weil da ein automat hängt fangen mehr leute an heroin zu spritzen? die konsumenten würden auch stumpfe/alte spritzen benutzen, bzw gebrauchte spritzen untereinander tauschen. ob man die junkys durch solche dinge nun unterstützt oder nicht, es werden dadurch nicht mehr und auch nicht weniger, allerdings verhindert man so die ausbreitung von krankheiten und erspart den betroffenen familien, die es eh nicht leicht haben, noch schlimmeres. davon hat dann auch jeder was, weil die gesundheitsausgaben nicht noch höher belastet werden 🙂

  11. me Sagt:

    Naja…ich finde solche Anleitungen gut, da ich selbst von Erfahrung spreche und ich auch sofort im Inet mich erkundigt hatte über mögliche Tipps etc.

    Ich komme aus Österreich und bei uns wird genauso alles im Automaten verkauft…Spritzbesteck, Ascorbinsäure und davon je 2 Stk. um genau 1€.

    Ich finde das super dass es dies gibt, wer weiß wieiviele Krankheiten sich sonst noch ausgebreitet hätten unter den Leuten da man sonst nicht gleich schnell ne Kanüle usw.bei Hand hat!!

    Aber das ist Ansichtssache..über dies wirds sicher viele Meinungsverschiedenheiten geben…Erfahrene werden nur wirklich darüber urteilen können!!

  12. tribble Sagt:

    Hejho Mathias,

    wenn du gerne sooviele Sozialarbeiter bezahlen möchtest, die u.U. hunderte von Heroinkonsumenten aufsuchen: Bitte. Aber bei der typischen knappen Kassen der Großstädte wird daraus nichts.
    Also besser Flyer, als garnichts.

    Die USA haben sich bis vor kurzem noch gegen solche grundlegenden schadensminimierenden Maßnahmen wie Spritzentausch gewehrt. Da ist so eine Flyeraktion einfach nur eine pragmatische Maßnahme, mit dem Problem umzugehen. Wie oben schonmal erwähnt: Besser als garnichts!

    Und auch die Heroinkonsumenten sind Menschen, haben Menschenrechte und auch ein Recht auf gesundheitliche Versorgung.

    mfg,

  13. sue Sagt:

    kann mir jemand sagen auf welcher internet seite ich eine gute anleitung finde? und kann man das wwenn man in den armen absolut gar keine venen hat auch in den fuß neben der ferse spritzemn? und warum eig. das abbinden? kann man den arm auch mit den händen zusammendrücken? so machen wir das immer aber dann schwillt meine hand immer total an und es brennt höllisch und die stelle tut dann noch 3tage lang weh was machen wir falsch? oder ist das normal?bitte um rat das wir nicht noch einen großen fehler machen!!lg sue

  14. jas Sagt:

    hey sue!
    man bindet sich den arm ab, um die venen zu finden.
    ich machs immer am handrücken, weil ich sonst auch keine venen finde.
    wenn blut in der spritze ist weist du dass du richtig bist und kannst drücken. normal schwillt die hand nicht an und schmerzt nicht 3 tage lang. sobald du merkst dass die hand anschwillt, zieh die nadel wieder raus und versuchs wo anders nochmal. beobachte mal deine hände, wenns warm ist werden die venen größer. also wenn dir kalt ist vorher springen oder sonstiges.
    ich würds aber nicht übertreiben, man schreitet schnell über die grenze zur abhängigkeit. höchstens 1 x im monat.

    jetzt noch meine meinung zum flyer
    ich finde es total richtig, weil die jenigen die konsumieren wollen, konsumieren sowieso und dieser flyer ist nur um eventuelle krankheiten vorzubeugen.
    und aids ist keine folgekrankheit von heroin, sondern vom konsumieren mit GEBRAUCHTER SPRITZE!! wollte ich nur mal loswerden.

    peace & bleibt sauber!! 😉

  15. Mathias Christians Sagt:

    Hey ich finde den Fleyer eigentlich sehr gut,habe auch damals als anfänger wie jder auch angefangen,doch nun bin ich auf Therapie und bekomme noch 3 mg Methadon,es ist jetzt schon das dritte mal davon ab zu kommen doch der entzug ist Mächtiger dich wieder Spritzen zu lassen!Das soll euch bischen stutzig machen denn durchs Dauer Konsum bist du in null komma nix abhängig und dann geht dein Leben Berg ab,zumindest war es so bei mir,drei mal knast,Beschaffungskriminalität,psyche geht down,fühlst dich nur Glücklich wenn du die Nadel im Arm hast und so weiter!Also an alle da draußen,die gerade anfangen,hört bitte auf damit (tip) Therapie in Hannover -Laatzen am Kronsberg ist echt eine feine Therapie,mir geht es richtig gut und im gegensatz zu anderen einrichtungen sagen viele hier das das bic jetzt das beste war!Macht Ruhig weiter mit dem Flyer denn mansche die nicht mit dem sprizen viel anfangen könen und keine ahnung haben bräuchten auf jedenfall hilfe und so Rettet man halt paar Leben mehr!!!! 😉

  16. samira Sagt:

    kann mann sehen ob eine insulinpumpe neu oder vieleicht schon benutzt war ?

  17. Dave AT Sagt:

    Hey Leute!
    Bin selbst seit etwa 11 Jahren drogensüchtig & seit 7 Jahren auch IV Konsum. (Mit Pausen, in denen ich auf Therapie + Entzug war). Leider wurde ich immer wieder rückfällig. Derzeit bin ich wie schon zuvor wieder im Substidutionsprogramm, fälschlicherweise auch oft als Methadonprogramm bezeichnet!
    Denn Methadon ist nur eines von sehr vielen Ersatzmedikamenten die man zur Substidution anwenden kann. (Subutex, Subuxone, Bupensan, Demgesic, Mundidol, Mundidol UNO, Substidol, Compensan, L- Polamidon,….& eben Methadon)

    Ich selbst habe mich kürzlich freiwillig von Substidol, was ich so gut wie jeden Tag missbräuchlich gespritzt habe, auf L-Polamidon umstellen lassen. 😀
    Bei uns in Österreich gibt es das erst seit etwa 1 Jahr. Für diejenigen die mit dem Begriff garnix anfangen können; es ist wie Methadon.
    Nur ist es sehr viel „gesünder“, hat weniger Nebenwirkungen, man braucht nur die hälfte, also anstatt 90mg Methadon, 45mg Polamidon und es hält wirklich sehr lange an! Außerdem greift Methadon die Zähne sehr stark an und zerstört den Zahnschmelz. Das alles ist beim L- Polamidon sehr viel besser!
    Also ich habe sehr gute Zähne! 😀 Und auch noch all meine eigenen!! 😉

    Zu der Frage ob man sehen kann ob eine Insolinspritze benutzt oder unbenutzt ist. JA man erkennt das.
    Aber Insolinspritzen, auch „Rotkäppchen“ genannt sind ohnehin nicht zur IV-Anwendung, also um in eine Vene zu spritzen geeignet!! Da die Nadel viel zu dünn ist und du dir so nur deine Venen kaputt machst!!
    Das kann sogar soweit gehen das die Vene in die du immer mit ner Insulinspritze spritzt so vernarbt ist/wird und das führt dazu das garkein oder nur mehr sehr wenig Blut durch diese Vene gepumt wird!!!
    Also merke dir bitte folgendes!
    Insulinspritzen sind NUR ZUR INTRAMUSKULÄREN INJEKTION, NICHT FÜR DIE VENE!!!!

    Und nun noch kurz zu dem eigentlichen Flyer Thema…

    man soll/ muss die Konsumenten informieren nicht um den Konsumenten es leichter zu machen, sich eine Substanz zu spritzen.
    Aber um es ihnen zu ersparen sich z.B. Fleckmone (die im schlimmsten Fall zur Amputation führen können) zu spritzen, um Krankheiten zu vermeiden bzw. sie zu verringern, usw.!!! Aufklärung und Safer Use ist eines der wichtigsten Dinge in dieser Szene!! Und zum Glück haben wir hier in Österreich und auch in Deutschland genug Sozialeinrichtungen wo man sich informieren kann, helfen lassen kann, gebr. Spritzen tauschen kann ( die dann auch fachmännisch entsorgt werden) und nicht in Parks, auf Spielplätzen oder in öffentl. Toilletten landen, wo sie eine Gefahr für andere sind. Zwecks Hepatitis, HIV.
    Dazu möchte ich gleich sagen, ich habe mir dank solcher Flyer, Aufklärung und eigener Rescerche in 7 IV Konsum Jahren nicht eine einzige Krankheit „eingefangen“!!

    Denn nur weil jemand(ich) süchtig ist, heist das nicht das man nicht intelliegent oder blöd ist!!! Die meisten haben nur mal „die falsche Abzweigung“ erwischt oder haben die falschen Leute kennengelernt. Ich z.B. hab damals meine erste große Liebe verloren und das brach mir das Herz und ist auch bis heute noch nicht geheilt!

    Nochmal kurz zum Thema Intelligenz.
    Ich habe auf meiner letzten Therapie mit meinem Therapeuten einen IQ-Test gemacht. Und ich hab einen IQ von 126!!!!
    Ein anderer Patient der nach mir den gleichen Test machte, hatte/hat nen IQ von 89 und ein anderer wiederum hatte/hat einen IQ von nur 63!!

    Nur mal so, für diejenigen die bei dem Wort Drogen oder Heroin sofort nur noch ein Bild im Kopf haben!
    („Der hat sicher HIV & Hepatitis, ist immer kreidebleich, arbeitslos, alte Kleidung, ungepflegt, keine Wohnung und wenn liegen sicher überall die Löffel, Nadeln und Spritzen herum!“),…und, und, und!!

    Freundliche Grüße & Frohe Ostern an alle!!! Dave 😉

  18. ghost7070 Sagt:

    zitat : Arg, ich finde es gibt Sachen die muss man nicht unbedingt haben. Ich finde Aufklärung gegen Drogenmißbrauch ja sehr sinnvoll, aber “Heroin für Anfänger” geht dann doch irgendwie zu weit, oder?

    ja klar und gleich die anleitung als pdf anbieten…

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