Interview mit Andreas Majeres (majeres.de)



21. Januar 2009

Interviews

majeresDiesmal gibt es ein kurzes eMail-Interview mit Andreas Majeres, seines Zeichens Familienvater, Hobby-Fotograf und natürlich Blogger aus Leidenschaft.

Er schreibt das Blog majeres.de das ich sehr gerne lese und das mich zur Teilnahme am Projekt 52 gebracht hat. Ausserdem mag ich Andreas Kommentare (selten ein Blog gesehen in dem der Blogger so fleissig auf die Kommentare eingeht) und die manchmal sehr ironischen Texte die er in seinem Blog schreibt.

Er schreibt sehr offen, teilweise auch über private Themen, und erfreut sich einer rasant ansteigenden Leserschaft. Deshalb bin ich sehr froh, dass er mir ein paar Fragen beantwortet hat, in denen er nicht nur über seine Blog-Sucht und seine Motivation des Bloggens spricht, sondern auch den in Kürze anstehenden Relaunch androht ankündigt.

Hallo Andreas, kaum jemand, zumindestens den ich kenne, ist in seinem eigentlich rein privaten Blog so fleissig wie Du.

Du schreibst ja nicht nur über Deine private Welt und machst Fotos, sondern machst Dir ja auch eine Menge Gedanken über die Blog-Welt und deren Anwendungen.

Umso mehr freut es mich Dir ein paar Fragen stellen zu können:

1.
Matthias:
Andreas, woher kommt Deine Hauptmotivation fürs Bloggen? Bist Du einfach ein mitteilsamer Mensch oder was war sonst der Grund für Dein Blog majeres.de?

Andreas: Danke für das schmeichelhafte Lob, Matthias. Ich selbst sehe mich immer als kleines Faultier.
Nun ja, bis vor einem dreiviertel Jahr wusste ich nicht einmal was ein Blog ist. Ich bin bei der Suche im Web immer wieder auf „so komische Seiten“ ohne vernünftige Navigation gestossen.
Faszinierend fand ich daran, dass der Blogger in direktem Kontakt zu seinen Lesern steht. Das gibt es bei einer klassischen Homepage in der Form nicht. Das war der eigentliche Auslöser für meinen Start ins Bloggen.
Meine Motivation ist der Spass am Bloggen. Es macht einfach Freude andere Menschen zu unterhalten oder ihnen einfach nur eine nützliche Information bieten zu können.

2.
Matthias:
Du bist ja ein wirklich fleissiger Schreiber und Fotograf. Wie hoch schätzt Du Deine tägliche Zeit ein die Du für das Blog und deren Fotos aufwendest?

Andreas: Während der Woche habe ich knappe zwei, manchmal drei Stunden für das Blog mit allem was dazu gehört. Der Job und die Familie haben einfach Priorität. An freien Tagen nehme ich mir aber durchaus fünf bis sechs Stunden Zeit. Das sind Tage, an denen ich kleine Änderungen am Blog vornehme, meine Datenbank sichere und mich ausgiebig auf anderen Blogs rumtreibe. Die lieben Bloggerkollegen kommen während der Woche einfach zu kurz.

3.
Matthias:
Mal abgesehen von den Blogs in Deiner Blogroll, gibt es Blogs die Du als absolute Lieblings-Blog beschreiben würdest?

Andreas: Es gibt natürlich einige weitere Blogs die ich täglich im Feedreader lese und es werden ständig mehr. Die Blogs in meiner Blogroll sind allerdings meine Lieblingsblogs. Ich habe sie zwar auch im Feedreader, aber ich suche sie in der Regel direkt auf.

4.
Matthias:
Wenn Du nicht bloggst oder Dich um Deine Familie kümmerst, was arbeitest Du im wirklichen Leben?

Andreas: Ich bin seit sechszehn Jahren in einem mittelständischen Unternehmen beschäftigt. Wir sind Zulieferer für die Automobilindustrie und stellen unter anderem Dichtsysteme für Cabriolets her. Ich übe dort mehrere Tätigkeiten aus. In meinen Hauptaufgabenbereich kümmere ich mich als Verantwortlicher um unser Ideenmanagment. Aber auch SAP-Systempflege und SAP-Userbetreuung gehören zu meinem Tagesgeschäft.

5.
Matthias:
Gibt es den ultimativen Tipp den ein gerade anfangender Blogger unbedingt wissen sollte, oder einen Fehler den es auf jeden Fall zu umgehen gilt?

Andreas: Gute Frage! Der schlimmste Fehler wäre, mit falschen Erwartungen an das Bloggen heranzugehen. Ein Blog ist nicht von heute auf morgen bekannt und wird von Besuchern überrannt. Mir scheint, dass einige Blogger diesen Gedanken zu Beginn im Kopf haben und nach zwei, drei Monaten die Flinte ins Korn werfen. Ein Blog muss sich entwickeln und dessen muss sich der Blogger, der dahintersteht, bewusst sein.
Wer erfolgreich bloggen möchte, muss über ein gewisses Maß an Disziplin verfügen. Eine einmal begonnene Postingfrequenz sollte man beibehalten. Die gewonnenen Stammleser gewöhnen sich an den Rhythmus und stellen sich darauf ein. Deshalb bin ich auch bemüht täglich etwas zu posten.
Ein weiterer wichtiger Tipp ist das Thema Kommunikation. Auch hier sollte sich der Einsteiger bewusst sein, dass Bloggen nicht beim Schreiben eines Artikels aufhört. Blogger erhalten Kommentare die beantwortet werden wollen. Hinter jedem Kommentar steht ein Mensch, dem man auch Aufmerksamkeit zollen soll. Wer keine Freude an der Kommunikation hat, für den ist ein Blog ein denkbar schlechtes Hobby.

6.
Matthias:
Du schreibst ja auch über das allseits beliebte Thema Geld verdienen. Ist die Monetarisierung Deines Blogs eine Motivation für Dich, oder eher ein nettes kleines Taschengeld für die Familie?

Andreas: Das Thema Geld verdienen spielt eher eine Nebenrolle. Das zeigt sich auch daran, dass von knapp zweihundert Beiträgen gerade einmal sieben das Thema Geldverdienen und Partnerprogramme beinhalten.
Natürlich freue ich mich auch über ein paar verdiente Euro, der eigene Server will schliesslich bezahlt werden ;-). Ich denke, dass sich die Monetarisierung des Blogs im Laufe der Zeit von selbst ergibt, auch ohne großartig daraufhin zu wirken. Aber auch hier braucht es etwas Zeit. Mein Blog ist noch nicht einmal sechs Monate alt. Da mach ich mir noch nicht wirklich ernsthafte Gedanken über Monetarisierung.

7.
Matthias:
Wo schreibst Du die meisten Artikel? Am Schreibtisch im Büro oder mit dem Laptop (oder iPhone) auf dem Sofa?

Andreas: Grundsätzlich schreibe ich in meinem Büro. Wir haben zwar einen Stehtisch mit Laptop in der Küche, aber den nutzte ich maximal um Kommentare zu beantworten. Zum Schreiben brauche ich einfach Ruhe, da ich mich sonst nicht konzentrieren kann. Bei Ablenkung steigt die Anzahl meiner Vertipper exponentiell 😉 .

8.
Matthias:
Wie kommt Deine Frau mit einem bloggenden Ehemann zurecht? Gibt es Themen die sie (oder Du) auf keinen Fall im Blog stehen haben will?

Andreas: Meine Frau hat mir seit jeher viel Freiraum gelassen. Bevor ich zu bloggen begann, war ich täglich zwei Stunden auf meiner KTM unterwegs. Da ist es ihr lieber, wenn ich am PC sitze, kann ich mir dort doch nicht die Knochen zerlegen.
Vertrauliches aus der Familie und dem Freundeskreis sind für mich ein absolutes No Go für ein Blog.

9.
Matthias:
Morgens nach dem Aufstehen: Erst frühstücken oder erst die Statistiken des Blogs lesen?

Andreas: Ähm… OK ich gebe es zu, die Statistiken :).

10.
Matthias:
Und als letztes natürlich die Fragen aller Fragen: Neben dem vielleicht anstehenden Redesign Deines Blogs, was hast Du Dir für das kommende Jahr vorgenommen und wo soll majeres.de hingehen – gibt es Themen die Du auf jeden Fall in nächster Zeit angehen willst?

Andreas: Das angesprochene Redisign steht bereits vor der Tür. Wenn es meine Zeit erlaubt, wird das neue Theme spätestens Samstagnacht online gehen. Auf bestimmte Themen lege ich mich nicht fest. Ich schreibe auch weiterhin über Dinge die mich beschäftigen und interessieren. Fotografieren, WordPress und das Bloggen werden mit Sicherheit auch in diesem Jahr meine Haupttehmen bleiben.
Wo soll es hingehen? Ich würde lügen, wenn ich sage ich bin zufrieden so wie es jetzt ist. Ich setze mir gerne Ziele, ein sportliches davon wäre bis Ende des Jahres auf tägliche 500 Unique Visitors zu kommen. Aktuell schwanke ich zwischen 140 und 190. Es bleibt also noch etwas zu tun.

Vielen Dank Andreas für die offenen Worte! Falls jemand dies kommentieren möchte – immer her mit euren Meinungen..

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P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Matthias und ich schreibe hier nun schon seit 2007 mit viel Spass. Du kannst mich zusätzlich auch auf Google+ erreichen, aber noch mehr freue ich mich über einen Austausch per Kommentar.

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