Jugendkriminalität – Straffällige Jugendliche direkt abschieben? Was denkst Du?



11. Januar 2008

Politik

Das Thema der Jugendkriminalität kocht ja im Moment auf sehr großer Flamme, dann, noch angeheizt durch den CDU Politiker Roland Koch, entbrennt auch die Frage ob straffällig gewordene Jugendliche direkt in die Herkunftsländer abgeschoben werden sollen.

Kann die Regierung ihre Einwohner durch das Ausweisen von Straftätern schützen, oder sollten Straftäter, egal welcher Herkunft, vor dem Gesetz alle gleich sein und auch die gleiche Behandlung bekommen?

Erstmal der Versuch ein paar Artikel zusammen zu tragen, falls Du zu diesem Thema noch ein paar aktuelle Hintergrundinformationen sammeln möchtest.

Auswirkungen des Themas auf die politischen Gleichgewichte
Gut zwei Wochen vor den wichtigen Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen rutscht die Union bundesweit zum ersten Mal seit September unter die symbolische 40-Prozent-Marke. Und die SPD ist im Aufwind, sie liegt jetzt wieder bei 30 Prozent.
www.tagesschau.de/inland..

Keine Abschiebung in England trotz ähnlicher Probleme
England leidet unter ähnlichen Problemen mit Jugendkriminalität, versucht sich an härterem Durchgreifen, schnelleren Gerichtsentscheidungen, aber an Abschiebung denkt dort niemand.
In Südwales verzeichnete die Polizei 2007 rund 2800 Verhaftungen von Kindern und Jugendlichen wegen Kleindiebstahls, Drogenkonsums und Randalierens. Die Mehrheit der Täter stammt aus sozial schwachen Schichten und ethnischen Minderheiten.
www.sueddeutsche.de/panorama..

Mit Jesus gegen die Jugendkriminalität
Ein staatlich finanziertes Projekt in Baden-Württemberg bietet straffälligen Jugendlichen eine Alternative zum Knast: Sie sollen Gesetzestreue und christliche Werte lernen. Der Alltag ist religiös geprägt, selbst Muslime müssen den Gottesdienst besuchen.
www.taz.de/nc/1/arch….

Härtere Strafen gefordert
41 Prozent sind der Ansicht, dass die bestehenden Gesetze ausreichen. Anders ist das Meinungsbild, wenn die Befragten zwischen härteren Strafen und besserer Vorbeugung zu entscheiden haben. Hier geben 61 Prozent an, sie hielten vorbeugende Maßnahmen wie z. B. eine bessere Betreuung bekannter Problemfälle für den besseren Weg. Nur 25 Prozent setzen in diesem Fall auf härtere Strafen. Für diese Umfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen hat Infratest dimap am Montag und Dienstag 1.000 Bundesbürger telefonisch befragt.
http://www.fuldainfo.de/cms1…

Türkische Gemeinde über Roland Koch entsetzt
Die Türkische Gemeinde in Deutschland ist über den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch entsetzt. Seine Äußerungen zu Jugendkriminalität schürten einen „neuen Rassismus in Deutschland“, sagte der Vorsitzende Kenan Kolat.
www.welt.de/politik…

Weitere Kritik an Koch
Das Migrantenforum des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, das die Interessen von rund 100 Zuwandererorganisationen vertritt, hat einen offenen Brief an Angela Merkel und Roland Koch gesandt.
http://diepresse.com/home…

Zentralrat der Juden enttäuscht von Merkel
Im Streit über schärfere Strafen für junge Kriminelle hat der Zentralrat der Juden die Parteinahme der Kanzlerin für Hessens Ministerpräsident kritisiert. Koch betreibe „puren Rassismus“.
www.focus.de/politik…

Zentralrat der Juden wirft Koch NPD-Nähe vor
In die Debatte um den Umgang mit kriminellen jungen Ausländern hat sich jetzt der Zentralrat der Juden eingeschaltet: Der hessische Ministerpräsident Koch mache mit dem Thema einen Wahlkampf, der sich kaum von dem der NPD unterscheide. Auch Ex-Kanzler Schröder wirft Koch „Wahlkampf-Hetze“ vor.
www.welt.de/politik…

Deine Meinung

Was ist nun Deine Meinung zu diesem Thema? Sollten kriminelle Jugendliche mit einem ausländischen Paß direkt abgeschoben werden? Damit soll die Gesellschaft sauber gehalten werden, sollen sich doch die anderen Länder mit diesen Straftätern herumschlagen, schließlich wollen wir doch unsere eigenen Migrationsfehler nicht selber ausbaden..

Oder sollen straffällige Jugendliche vor dem Gesetz stets gleich behandelt werden, unabhängig von Religion, Herkunft oder Rassenzugehörigkeit (gut, gebe zu nicht ganz objektiv zu sein..). Damit würde jedem Straftäter die gleiche Behandlung drohen, und statt auf Abschreckung zu setzten, könnten wir eventuell mehr an dem Problem der mangelnden Migration arbeiten? Damit würden dann eventuell auch die Probleme und nicht nur die Symptome behandelt werden…

Oder liegt der beste Weg irgendwo in der Mitte? Abscheiben generell nein, aber in schweren Wiederholungsfällen könnte die die letzte mögliche Entscheidung sein, und würde damit eventuell auch durch Abschreckung auf andere Jugendliche wirken??

Was denkst Du?

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P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Matthias und ich schreibe hier nun schon seit 2007 mit viel Spass. Du kannst mich zusätzlich auch auf Google+ erreichen, aber noch mehr freue ich mich über einen Austausch per Kommentar.

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