Mitarbeiter automatisch bei Facebook und Co überwachen lassen



29. März 2010

Allgemeines

„Automatisierte Social-Network-Überwachung“ heisst das Tool und bringt Facebook direkt erneut in die Datenschutz-Falle. Diesmal geht es nicht darum, dass Facebook die Nutzerdaten weitergibt, diesmal geht es um die automatisierte Überwachung von Freunden und Mitarbeitern.

Social Sentry heisst die Software die für ein paar Dollar nicht nur das Privatleben, sondern eben auch die Nutzung der Sozialen Netzwerke überwachen kann. Gegen eine Gebühr von zwei bis acht Dollar lässt Teneros Firmen die Social-Networking-Aktivitäten ihrer Angestellten überwachen. Welche Informationen dabei ausgewertet würden, obliege den Arbeitgebern, so ein Sprecher von Teneros.

Man stelle lediglich die Technologie und Software zur Verfügung. Tatsächlich eröffnet die Software Social Sentry eine neue Dimension der Überwachung. Zwar ist ein Großteil der Information in Social Networks ohnehin öffentliche einsehbar, alleine die Masse der Daten garantierte jedoch einen Rest Privatsphäre. Durch die Automatisierung der Beobachtung und Auswertung dürfte nun auch diese letzte Grenze gefallen sein.

„Ich bin ein Datenschützer und ich würde nicht vor den Kongress treten und verbieten wollen, dass dein Chef dein Social-Networking-Profil einsehen kann“, so Lewis Malty, Präsident des National Workright Institute. „Du stellst es schließlich der ganzen Welt zur Verfügung.“ Dennoch seien die neuen automatisierten Überwachungsmöglichkeiten ein „Disaster“. Es sei zu erwarten, dass Angestellte in Zukunft für leichtfertige Äußerungen auf scheinbar informellen Plattformen berufliche Konsequenzen zu befürchten hätten.

Autsch, das ist mal ein Schritt der wahrscheinlich wirklich unabdingbar war, allerdings nimmt damit die Mitarbeiterüberwachung neue Züge an. Nun werden Unternehmen in Zukunft Facebook nicht mehr sperren, sondern einfach die Mitarbeiter und deren Facebooknutzung überwachen.

Kann mir sehr gut vorstellen, dass der eine oder andere Chef das gerne nutzen wird, oder? Was hälst Du von Social Sentry und der automatischen Überwachung der Sozialen Netzwerke?

, , , , ,

About Matthias

P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Matthias und ich schreibe hier nun schon seit 2007 mit viel Spass. Du kannst mich zusätzlich auch auf Google+ erreichen, aber noch mehr freue ich mich über einen Austausch per Kommentar.

Alle Artikel von Matthias


29 Antworten zu “Mitarbeiter automatisch bei Facebook und Co überwachen lassen”

  1. realloc Sagt:

    Es war ja nur eine der Frage der Zeit, bis solche Angebote auf dem Markt erscheinen würden. Nach Personensuchmaschinen fehlten nur noch solche „Profilauswerter“, um das Ganze zu vervollständigen.

    Was ich davon halte? Nichts.

  2. Tarik Sagt:

    Ich denke, es wäre an der Zeit, einfach seinen Facebook-Account zu löschen.
    Hier in Argentinien komme ich wohl um Facebook nicht herum, immerhin wird das mehr genutzt als MSN (ICQ benutzt hier niemand…), sobald ich wieder in Deutschland bin, wüsste ich allerdings nicht, was dagegenspräche, den Account zu löschen / brachliegen zu lassen.

    Der Schritt geht nämlich in meinen Augen zu weit, immerhin werden da die Daten VERKAUFT!
    Und da kann man sich auch nicht rausreden mit „Wir stellen nur die Software zur Verfügung“, in Wirklichkeit werden doch natürlich bewusst die Daten verkauft, damit wirbt das Ganze doch auch…

  3. Fulanos Worte Sagt:

    Wenn es sich um öffentlich zugängige Daten handelt ist es ja nicht strafbar. Aber es bleibt ein moralisches Problem. Ich finde es eine Unverschämtheit, derart zu schnüffeln. Wer allerdings zuviel privates ins Netz stellt ist allerdings auch nicht ganz unschuldig.
    Gruß
    Fulano

  4. pandora Sagt:

    Und da kann man sich auch nicht rausreden mit “Wir stellen nur die Software zur Verfügung”, in Wirklichkeit werden doch natürlich bewusst die Daten verkauft, damit wirbt das Ganze doch auch…

  5. bhlogiston Sagt:

    mal abgesehen von der grundeinstellung eines unternehmens, seinen mitarbeitern hinterherzuschnüffeln, bleibt für mich ein punkt noch unklar. was meint hier die teneroj, wenn sie über „öffentlich in netz gestellt“ informationen reden? – ich stelle auch einiges auf facebook. was davon öffentlich ist, habe ICH für mein profil allerdings klar definiert. – die frage wird sein, ob das, was nicht öffentlich sondern nur bestimmten personen zugänglich sein sollte – mit solchen massnahmen ausgehebelt wird. – Würde also auch das Material erreichbar sein, dass ich nur engsten Freunden zugänglich gemacht habe – dann dürfte Facebook jegliche glaubwürdigkeit verspielt haben, auch nur im ansatz die „privatsphäre“ seiner nutzer schützen zu wollen/können.

  6. autocompleteme Sagt:

    ❓ Ich meine, Facebook wird so schnell nicht mehr aus den Schlagzeilen kommen. Mal davon abgesehen, dass wir da alle eh viel zu viel Zeit mit verbringen… wird es doch immer verrückter! In den USA hat jetzt Jemand die Facebook Seite einer Freundin als „Geisel“ genommen… und ich sage mal voraus, dass das erst der Anfang war 😉

  7. Bianca Sagt:

    Ehrlich gesagt, verstehe ich die Aufregung nicht. Wie im Artikel schon erwähnt wird, stelle ich auf FB die Daten der ganzen Welt zur Verfügung. Da muss ich damit rechnen, dass mein Vorgesetzter, der potentieller neuer Arbeitgeber, mein Kunde, meine Familie, und und und… es auch liest. Wenn ich will, dass etwas unter meinen Freunden bleibt, schreib ich eine Mail, nutze das Telefon oder besuche jemanden und gut ist.

    Deswegen meinen FB-Account zu löschen oder Netzwerke gar nicht mehr zu nutzen halte ich für absurd. Es kann doch auch etwas drin stehen, was durchaus lesenswert und daher anerkennenswert ist. Wäre doch schade, wenn das unterginge.

  8. Peer Spektive Sagt:

    Naja, auch Facebook ist Öffentlichkeit und wenn ich mich öffentlich schlecht über meine Firma äußere, dann fällt mir das selbstverständlich auf die Füße. Aber sowas passiert selbstverständlich nur in einer Atmosphäre, in der man eigentlich auch nicht arbeiten möchte…
    Dumm fände ich es nur – was ja passieren kann – wenn jemand sich über seien Firma negativ äußert, einFreund postet das bei Facebook und anhand der Freundestruktur kann der Arbeitgeber nachvollziehen, wo’s herkommt. Das wäre dann schon blöd – aber dann hat man sich wahrscheinlich einen falschen Freund gesucht, speziell, wenn man ihn noch gebeten hat, über das Mitgeteilte die Klappe zu halten… 👿

  9. Banker Sagt:

    Ätzend. Da weiss ich doch mal wieder warum ich mich bei den Social-Networks erst gar nicht angemeldet habe…..

  10. All Cops are Bastards Sagt:

    @Bianca wenn ich mich auf solchen Social Networks anmelde teile , ich meine Privatsphäre nur mit leuten die ich auch für würdig halte , dass heißt das ich nicht X-Beliebigen Menschen die meine Seite aufruft und Inhalt sehen will auch gewähre . Das ist ein Schritt in die Falsche Richtung ich empfinde es als frecheit das man seine Meinung nicht mehr äußern kann . Wie zur Hitler Zeit echt scheiße sowas. Bei jedem scheiße Schlagen die Flachwichser von dem VerbraucherSchutz und sonstigen Istitutionen an aber wenns dann um sowas Grafwierendes geht hört man natürlich nichts.
    Ich bestimme doch mit wem ich meine Inhalte teilen möchte wenn ich zum Beispiel mit guten Freunden auf ein Bierchen sitzte und ich darüber klagen würde wie scheiße es in der Arbeit ist das ist ein Beispiel (wer weiß wer zusieht ) kommt ja auch nicht gleich meine Firma und sagt ja dann auch nicht das wird Konsquenzen haben… Scheiß Stasi Staat.-

Sag Deine Meinung

Hinweis: Wenn Du hier keinen Namen einträgst (sondern ein Keyword) oder mir Dein Eintrag zu werbelastig erscheint, behalte ich mir das Recht vor Deinen Kommentar zu löschen oder zu editieren. Spart euch sowas hier also bitte!