Musik-Kopierer sind keine Verbrecher



5. März 2009

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Da gibt es eine Aktion vom CCC (Chaos Computer Club) die ich richtig gut finde. Es geht dabei um die Aktion der Plattenindustrie die im Moment massiv versucht jede Kopie eines Musikstücks gleich als Schwerverbrechen oder sogar terroristischen Akt darzustellen.

Um dem entgegen zu wirken gibt es nicht nur die Boykott-Aktion, sondern auch dazu passende Banner zu freien Nutzung.

boykott

Jap, wir können ohne die Musikindustrie, die aber nicht ohne uns! Wir sind es die deren Platten kauft..

Der CCC hält die Klagen des Bundesverband Phono / der IFPI für stark fragwürdig. Es kann nicht sein, dass die Musikindustrie ihre Ziele dadurch erreicht, in dem sie eine massive Panik vor immensen Schadensersatzforderungen schürt. Solche sind in Deutschland auch gar nicht durchsetzbar. Es geht vielmehr darum, die Nutzer von Tauschbörsen einzuschüchtern.

Da haben die Jungs völlig recht, so geht es eigentlich nicht. Bin ja nicht der Freund von geklauter Musik und kaufe mir immer noch Platten, aber dann müssen die mir richtig gut gefallen. Und diese „Aufklärungsvideos“ der Plattenindustrie erreichen, zumindestens bei mir, eigentlich genau das Gegenteil: Jetzt erst recht..

Aber die Leute vom CCC klären noch weiter auf:

Das Urheberrecht ist kein Naturrecht, sondern ein Ausgleich dafür, dass der Urheber sein Werk der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Auch die wirtschaftlichen Verwertungsrechte werden dem Urheber zur Sicherung seiner wirtschaftlichen Existenz verliehen. Hierbei bestehen jedoch immanente Schranken. So darf das Werk für die private Verwendung frei kopiert werden. Diese auch als „fair use“ bezeichnete Begrenzung ist eine Ausprägung der Informationsfreiheit und somit ein Grundrecht.

Ich finde es verwerflich, wenn jemand im Keller illegal CDs brennt und damit Geld verdient. Das Geld gehört den Künstlern. Wenn sich aber jemand ein paar Lieder für den Eigenverbrauch kopiert um da mal reinzuhören, dann finde ich das nicht verwerflich. Diese Lieder hätte er sich wahrscheinlich eh niemals gekauft, dann soll er ruhig Kopien davon bekommen. In solche Sachen wird dann einmal reingehört und das Lied wieder vergessen.

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Ähnlich hält es dich doch mit den Musik-Sammlern, also Leuten die alles runterladen was geht, nur um es zu besitzen. Sollen sie doch, die würden das alles eh nicht kaufen und hören können die das alles auch nicht, es entsteht also kein Schaden.

Und einige Band haben es doch erfolgreich vorgemacht wie man auch heutzutage ein Geschäftsmodel haben kann das auch im Internet funktioniert. Bands wie Radiohead oder die Toten Hosen stellen ihre Musik kostenlos ins Netz, und es funktioniert!

Wenn jemand die Musik wirklich mag, wird er die CD trotzdem kaufen. Und Radiohead hat es ganz treffend formuliert, die Leute die sowas runterladen sind keine echten Fans, hören aber die Musik und kommen dann zu Konzerten.. So kann Internet und Musik nebeneinander funktionieren, oder?

Ich finde: Lass die Leute doch tauschen was sie wollen. Solange es nicht wirklich schadet und: eine MP3 Datei wird keine CD ersetzten. Und wenn doch, dann ist euer Geschäftsmodel eh tot und ihr müsst euch wie Apple mit iTunes ein neues und funktionierendes Geschäftsprinzip überlegen.

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Und dann findet der CCC noch ein paar Gründe die für den Boykott der Plattenfirmen sprechen:

* Mit den Erlösen aus den CD-Käufen bezahlt die Musikindustrie die Klagen gegen unsere Kinder. Wieso sollten wir als Gesellschaft dem Gegner auch noch seine Munition finanzieren?
* Mit den Erlösen aus den CD-Käufen bezahlt die Musikindustrie den Kopierschutz, sowohl die Forschung als auch die Umsetzung. Wieso sollten wir als Gesellschaft Technologien finanzieren, deren einziger Zweck darin besteht, uns an der Ausübung unseres Rechtes auf Kopieren zu hindern?
* Wir haben das Recht auf Kopien über GEMA-Abgaben auf CD-Brenner und -Rohlinge erkauft. Es ist unglaublich, wenn wir uns jetzt die Ausübung unseres bezahlten Rechtes als „Raub“ vorwerfen lassen müssen.

Gerade der letzte Punkt hat was, oder?

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P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Matthias und ich schreibe hier nun schon seit 2007 mit viel Spass. Du kannst mich zusätzlich auch auf Google+ erreichen, aber noch mehr freue ich mich über einen Austausch per Kommentar.

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