Spekulanten schuld am gestiegenen Ölpreis? Muß die Politik handeln?



4. Januar 2008

Allgemeines

Stetig steigt der Ölpreis, Autofahren wird immer teurer und die Heizkosten verbrennen das angesparte Geld im wahrsten Sinne des Wortes. Und mit jeder neuen Meldung steigt neben dem Preis auch der Ärger.

Börsenspekulanten sollen zu einem großen Teil schuld sein an dem gestiegenen Ölpreis. Fehlende Reaktionen der Regierung verstärken das Fiasko noch und es scheint niemand in Sicht der den Preis auf ein akzeptables Niveau bringen will.

Steigender Ölpreis
Der Ölpreis ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Neben dem erhähten Verbrauch durch die ankurbelnde Wirtschaft, der in den nächten Jahren noch erheblich steigen wird, sind auch die Spekulationen an der Börse schuld an steigenden Preisen.

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Der sinkende Wert des Dollars lässt außerdem die Ölnachfrage aus Nicht-Dollar-Ländern steigen, und bedingt durch die Unsicherheiten an den Börsen setzen immer mehr professionelle Anleger auf Öl, die in den vergangenen Monaten noch stärker in Aktien investiert hatten.

Wenn dann noch weitere Elemente hinzukommen die die schon eh spärlichen Reservern auffressen, springt der Preis in die Höhe. Anschläge auf Pipelines (wie in Nigeria), ein extrem kalter Winter (in den USA), und schon springt der Preis über die 100 Dollar Marke pro Barrel (159 Liter) Öl.

Politische Verantwortung
An dieser Stelle müßte doch eigentlich die politische Verantwortung beginnen, oder? Um die Wirtschaft stabil zu halten, den Aufschwung nicht zu gefährden und damit die Arbeitnehmer sich das Autofahren und heizen noch leisten können, muß doch die Politik eingreifen. Aber weit gefehlt:
Die Internationale Energieagentur (IEA) reagiert gelassen. Sie will ihre Notreserven nicht antasten um den Ölpreisanstieg zu dämpfen. „Wir reagieren nicht auf Preise“, sagte IEA-Vizechef William Ramsay im Reuters-Interview. Die IEA sehe auch keine Anzeichen dafür, dass es zu Störungen am Markt für den Ölhandel gekommen sei. Auch die US-Regierung verzichtete darauf, ihre Ölreserven anzuzapfen.

Hmm, der Ölpreis steigt in astronimische Höhen, die OPEC hält vermehrt Öl zurück und Heerscharen von Börsenhaien treiben durch Spekulationen den Ölpreis auf die Spitze, aber es gibt keine Störungen am Markt für den Ölhandel… Aha.. Da muß sich der freundliche Tankstellenbesitzer um die Ecke wohl bei den Preisen vertan haben..

Prognosen
Die Prognosen sehen nicht rosiger aus:

  • Künftig wird die Ölnachfrage nach Ansicht von Fachleuten vor allem in den Schwellenländern weiter anziehen und den Preis damit weltweit hoch halten. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) befürchtet eine Verknappung. „Mit zunehmender Nachfrage kann man dann schon damit rechnen, dass der Ölpreis über 150 Dollar pro Barrel (Fass) hinaus geht, im Jahre 2020 sogar 200 Dollar pro Barrel erreichen kann“, sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert zu Reuters TV.
  • Die jetzige Preisentwicklung sieht Bräuninger in der weltweit deutlich gestiegenen Nachfrage begründet, "vor allem wegen des hohen Wachstums in Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien". "Jetzt zeigt sich, dass zu wenig Rohöl auf dem Markt ist. Das Angebot ist nicht im notwendigen Maß ausgeweitet worden."
  • Auch die Hypo Tirol glaubt laut ihrem Unternehmenssprecher Alexander Weiß nicht an "die Horrormeldungen von 200 Dollar". Die Landesbank rechnet kurzfristig mit einem Anstieg auf bis zu 110 Dollar, danach würde der Preis fallen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo schließt nach dem neuen Ölpreisrekord eine weitere Verlangsamung des Wirtschaftswachstums nicht aus.

Das ist doch mal ein guter Anfang für das neue Jahr, oder?

Was nun? Muß die Politik eingreifen, Reserven öffnen oder die Steuern senken, oder sind die steigenden Preise etwas was die Politik nicht auffangen kann, wir müssen mit steigenden Preisen eben leben und im nächsten Jahr dann 3 Euro pro Liter Benzin einplanen?

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